AMBER - ENRICO CARUSO WÜRDE VOR NEID ERBLASSEN

Während der unendlich erscheinenden Wartezeit auf "Pampers Bombers" (Luchsis) Ausreise nach Deutschland, erreichte Marion ein weiterer verzweifelter Hilferuf, den sie wieder umgehend an mich weiterleitete.

 

Eine Tierschützerin hatte im Jahre 2013 einen sehr schwer verletzten Kater aufgegriffen, der offensichtlich vor einem Tierheim für Hunde ausgesetzt wurde.

 

Sie nahm ihn mit zu sich nach Hause und stellte ihn umgehend einem Tierarzt vor. Der Gesundheitszustand dieses Katers war in einem erbärmlichen Zustand. Durch massive Gewalteinwirkung war der untere Teil seiner rechten Vorderpfote zertrümmert, auch wies er schwere Verletzungen an seiner gesamten rechten Körperhälfte auf. 

AMBER als er gefunden wurde ...

Er wurde erfolgreich operiert, aber leider musste ein Stück seiner Pfote amputiert werden um sein Leben zu retten. Als über Jahre stets hungriger Streuner auf der Straße ließen auch seine Leberwerte zu wünschen übrig.

"Amber", so wie er wegen seines bernsteinfarbenen Fells genannt wurde, verbrachte Monate stationär beim Tierarzt, bis er endlich entlassen werden konnte. Nach Ambers Genesung wurde versucht, ihn in gute und verantwortungsvolle Hände zu vermitteln. 

Nach Ambers langwieriger Genesung versuchte Mira ihn in gute Hände zu vermitteln, da er als Streuner auf der Straße mit einer teilamputierten rechten Vorderpfote keinerlei Überlebenschance gehabt hätte.

Diesem Schicksal wollte Mira ihn nicht aussetzen. Sie hatte Glück, denn es meldete sich ein Ehepaar an der polnischen Grenze, das Amber trotz seiner sichtbaren Behinderung zu sich nehmen wollte.

 

Er verbrachte dort mit anderen Katzen wahrscheinlich die bislang schönsten Jahre seines Lebens, bis sich das Ehepaar scheiden ließ.

Alle im Haushalt lebenden Katzen wurden gut vermittelt, nur Amber - er blieb zurück und fristete von nun an sein Leben alleine in einer Scheune, denn einen Kater mit einem solchen sichtbaren Handicap wollte niemand haben.

Für uns stand es fest, Amber hatte solch ein Leben nicht verdient und sollte hier bei uns bis ans Ende seiner Tage sein Leben in vollen Zügen genießen können.

In Marions Schädel brummte es ... ihr organisatorisches Talent war hier erneut gefragt, jedoch schlug dieses Mal ihr Plan - eine Fahrkette zu organisieren - fehl.

 

Allein dieser Rückschlag stachelte unsere Motivation nur noch weiter an. Letztendlich stand der "Schlachtplan" und wurde auch sofort in die Tat umgesetzt.

Ambers ehemalige Besitzerin erklärte sich bereit, ihn von der polnischen Grenze aus nach Bargteheide zu unseren guten Freunden Sabine und Ralf aus dem "Mymiau-Forum" zu bringen, die Amber dann für eine Woche bei sich beherbergten.

Bereits dort gab er eine Kostprobe seines Kater-Gesanges und schreckte damit Sabines und Ralfs Katzen ab. Er war eben ein Einzelkater, der sich mit anderen Artgenossen nicht verstand, was sich allerdings sehr schnell ändern sollte.

Am 25. Oktober 2015 - noch vor "Pampers Bombers" Einzug bei uns - kam Amber wohlbehalten in unserer Familie an.

Mira fiel ein Stein vom Herzen als sie die gute Nachricht erfuhr und ihr ehemaliges Sorgenkind Amber jetzt in Sicherheit wusste.

Seither lebt Amber - den wir allerdings in Don Caruso Cravallo umtauften - mit uns zusammen in unserer großen Familie.

Er hat nach vielen anfänglichen Schwierigkeiten, unzähligen Kostproben seines "Gesangstalents", Arien-Solis und "Luftschlachten" (aufgrund seiner verkürzten Pfote schlägt er immer in die Luft, trifft niemals eine andere Katze) sogar einen Freund gefunden, mit dem er sich sein Nachtlager teilt und der ihm nicht mehr von seiner Seite weicht ... unseren "Pampers Bomber" Luchsi. 

 


Oft fungiert Don Caruso Cravallo aber auch als eine Art "Arbeitsbehinderung".

Immer wenn er mich sieht, stellt er sich vor mich auf seine Hinterbeine und reckt mir seine Vorderpfötchen entgegen, so wie ein kleines Kind, das auf den Arm seiner Mutter möchte.

Er schafft es jedes Mal! Ich lasse dann alles liegen und stehen, nehme ihn auf den Arm und dann wird erst einmal ausgiebig geschmust ... 

 

 

© Marianna Weisheit